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ZANDER ANGELN

GEZIELT AUF GROSSZANDER


JAN GUTJAHR TRICKS + TIPPS




Gezielt auf kapitale Zander

In den meisten unserer großen Flüsse und mittlerweile auch in vielen Kanälen und Stillgewässern, haben sich in den letzten Jahrzehnten beachtliche Zanderbestände gebildet. Während der Hecht gerade in den kanalisierten Flüssen immer seltener wird – ihm fehlt es hier an natürlichen Laichplätzen - haben sich die Zander perfekt an die dortigen Lebensbedingungen angepasst und vermehren sich prächtig. Mit dem Anwachsen der Bestände haben sich auch immer mehr Angler auf die Kammschupper spezialisiert.



Das liegt nicht nur daran, dass Zander mit die leckersten Süßwasserfische überhaupt sind, sondern auch weil die Räuber sehr beachtliche Größen und Gewichte erreichen. Der Spätherbst und die Wintermonate sind aus meiner Sicht eindeutig die beste Zeit um auf kapitale Räuber zu gehen. 90% meiner Großzander habe ich in den Monaten November bis März gefangen. Die großen Zander müssen sich nun schon mal ein gutes Polster für die Laichzeit im Frühjahr zulegen und sind dementsprechend gierig und hungrig.

Trotzdem sind große Zander nicht sehr leicht zu fangen und viele Angler benötigen viele Jahre Anlaufzeit, bis Ihnen endlich der Fang eines Kapitalen – das sind aus meiner Sicht Fische von mehr als 10 Pfund Gewicht, bzw. einer Länge über 80cm gelingt. Im Gegensatz zu Ihren kleineren Brüdern zeigen Großzander oft andere Verhaltensweisen, schließlich haben sie ja schon einige Jahre Erfahrung vorzuweisen und vielleicht schon mal mit dem ein oder anderen Haken eines Kunstköders Kontakt gehabt. Außerdem sind große Zander logischerweise viel seltener als ihre kleinen Kollegen, die dementsprechend auch viel häufiger an den Haken gehen.

Natürlich wird auch beim „normalen“ Zanderangeln irgendwann mal ein Großfisch anbeißen.
Wer es aber gezielt auf Kapitale Raubritter abgesehen hat, der muss spezielle Taktiken anwenden, um ans Ziel zu kommen.



Köderwahl und Angeltechnik
Die meisten Angler – egal ob sie mit Kunstködern oder mit Köderfischen angeln – fischen mit viel zu kleinen Ködern. Wer schon Zander über 80cm gefangen hat, weiß, was diese Kerle für ein gewaltiges Maul haben. Da passt ordentlich was rein. Deshalb sollte man, besonders in der kälteren Jahreszeit, richtig große Köder anbieten. Bevorzugt fische ich im Winter mit großen Gummifischen und Twistern.



Mit Ihnen lässt sich der Gewässergrund, wo die Zander und ihre Beutefische sich bei den niedrigen Wassertemperaturen am liebsten aufhalten, am effektivsten abklopfen. Mit groß meine ich Gummis von mindestens 15cm Länge, wer richtig ranklotzen will sollte gar Köder bis 23cm an die Schnur knüpfen. Nachteil der großen Köder ist allerdings, dass die Köderführung damit recht anstrengend wird, da die Großköder ja zwangsläufig ziemlich viel Gewicht und Wasserwiderstand mitbringen. Das kann schnell einen lahmen Arm geben. Außerdem müssen Sie sich damit abfinden, dass sie viel weniger Bisse bekommen, als dies bei kleinen Verführern der Fall wäre. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch die richtige Köderführung. Fischen Sie hart am Grund. Sprich – lassen Sie den Gummiköder nach dem Auswurf erst einmal in Ruhe zum Grund sinken und führen Sie ihn dann langsam, mit kurzen Sprüngen, die sie durch Zupfbewegungen mit der Rutenspitze erreichen, wieder zu sich heran. Der Köder muss dazwischen immer wieder mit dem Bleikopf auf den Grund aufschlagen. Lassen Sie den Verführer auch ab und an mal für ein bis zwei Sekunden auf dem Grund liegen bzw. zupfen Sie Ihn ohne dabei einzukurbeln nur auf der Stelle. Das reizt selbst einen erfahrenen Großzander so sehr, dass er gar nicht anders kann als zuzupacken.

Naturköderangler sollten ebenfalls zu richtig großen Happen greifen. Anstatt daumennagelgroße Laubenstückchen anzuködern, die größtenteils nur von den kleinen, oft sogar untermäßigen, Stachelrittern genommen werden, die dann noch meist so tief schlucken, dass sie dem Tode geweiht sind, sollten handlange Rotaugen von mindestens 15cm Länge präsentiert werden. So ein Rotauge putzt ein Großzander problemlos weg. Anstatt nur einen Einzelhaken mit der Ködernadel durchzuziehen, ist es besser, eine Montage aus 2 Drillingen zu verwenden, da dann auch viel früher angeschlagen werden kann. Die Zahl der Fehlbisse wird so deutlich reduziert.


Das Gerät
Wenn Sie auf Großzanderpirsch gehen wollen, versteht es sich von selbst, dass Sie auch dementsprechend kräftiges Angelgerät verwenden. Nicht unbedingt deshalb, weil Zander besonders gute Kämpfer sind, sondern weil nur so eine effektive Köderpräsentation möglich ist. Um einen Gummifisch von 15cm oder mehr, der mit einem 20 Gramm Bleikopf gespickt ist, verführerisch am Gewässergrund tanzen zu lassen, muss eine kräftige Spinnrute von 2.70m bis 3.00m Länge her.

Diese sollte ein Wurfgewicht von mindestens 80 Gramm haben und – ganz wichtig – über eine harte Spitze verfügen. Die harte Spitze ist ganz wichtig für einen guten Anhieb. Auf die mittelgroße Stationärrolle sollten Sie eine 0.15er bis 0.20er Tuf Line XP oder eine 0.18er Raptor aufspulen, deren Farbe bei stark angetrübtem Wasser völlig egal ist. Bei leicht angetrübtem wasser und klarem Wasser bevorzuge ich jedoch unauffällige Farben. Herkömmliche Dyneema empfehle ich nicht, da diese bei den niedrigen Temperaturen schnell gefrieren kann, da sie sich voll Wasser saugt. Die Tuf Line und die Raptor sind imprägniert, so dass dies nicht so schnell passieren kann. Ans Ende der Hauptschnur befestigt man mittels Knotenlosverbinder ein Stahlvorfach mit einer Tragkraft von 8-10 kg, bzw. eines aus Hardmono oder Fluorocarbon. Dies sind neuartige Kunststoffe, die so stabil sind, dass sie sogar (bedingt) Hechtzähnen standhalten. Außerdem sind Hardmono und Fluorocarbon billiger als Stahl und ohne jegliches Werkzeug zu verarbeiten. Auch wenn es in Ihrem Gewässer keine Hechte zu fürchten gibt, sollten Sie ein Vorfach zum Schutze Ihrer Hauptschnur vor Muscheln und scharfen Kanten verwenden. Sonst verabschiedet sich ein Großzander nach dem Biss schon direkt beim Anhieb, nämlich weil die Hauptschnur beschädigt war. Ganz wichtig ist auch die Wahl des Jighakens. Der Haken muss ultrascharf sein und von seiner Größe her zum Gummiköder passen. Er sollte etwa in der Mitte des Rückens austreten. Sonst gibt es viele Fehlbisse. Besonders gerne fische ich mit Stand-Up Jigs, bzw. dem so genannten Erie Jig. Mit diesen Köpfen gibt es weniger Hänger und deutlich weniger Fehlbisse. Bei Stollenwerk www.raubfisch.com gibt es jetzt ganz neue Köpfe, die sich im Neigungswinkel verstellen lassen. Unbedingt mal ausprobieren.



Köderfischangler sollten zu Karpfenruten mit einer Testkurve von etwa 2.5-3 lbs greifen. Eine mittelgroße Stationärrolle – Idealerweise mit Freilauffunktion ausgestattet – die mit 0.20er Dyneema bespult ist, reicht völlig aus. Das Grundblei sollte, je nach Strömung, zwischen 30 und 100 Gramm wiegen. Immer so schwer, dass die Montage schön am Grund liegen bleibt. Gefischt wird mit einer ganz normalen Laufbleimontage. Was sehr erfolgreich ist, ist den Köderfisch ein wenig „aufzupoppen“.

Das geschieht entweder, indem man mit einer Spritze Luft in den Fisch pumpt oder aber indem man eine Unterwasserpose oder Kork vor ihn schaltet. Damit taumelt er verführerisch in der Strömung und suggeriert dem Zander, dass doch noch etwas Leben in Ihm steckt. Wenn Sie mit 2 Ruten fischen sollten, angeln Sie in unterschiedlichen Entfernungen. Eine Rute recht dicht am Ufer, die Zweite etwas weiter draußen. So decken Sie einen wesentlich größeren Bereich ab und Ihre Chancen steigen beträchtlich.

Platzwahl Zander angeln
So, Gerät und Köder sind auf Großzander abgestimmt, fehlt noch das Wichtigste: Die Wahl eines geeigneten Platzes zum Kapitalenfang. Große Zander haben schon viele Erfahrungen gemacht und wissen genau, wo sich für sie günstige Plätze befinden. Interessant sind immer Plätze, die etwas Prägnantes bieten. Unterwasserhindernisse, Einläufe von Kanälen, Fluss- und Bachmündungen, extrem tiefe Löcher, Strömungswirbel, Buhnenfelder, etc., sind genau die Stellen die Großzander magisch anziehen. Hier sollten Sie ihre Köder platzieren.

Zander lieben das Besondere

Bei vielen meiner Großzander ist mir eines aufgefallen. Sie haben gebissen, wenn man absolut nicht mit Ihnen gerechnet hat. Entweder war es ein Wasserstand, den man eigentlich als gar nicht optimal bezeichnen würde, mal war es so kalt, dass ich alle 2 Minuten die Ringe meiner Rute von Eis befreien musste, mal war ich schon ne ganze Woche „Schneider“ geblieben und dann krachte völlig unvermittelt ein Dicker rein. Auch fing ich viele meiner bisherigen Kapitalen zu völlig ungewöhnlichen Tageszeiten. Nicht nur abends in der Dämmerung, sondern gegen die Mittagszeit, zwischen 11.00 und 13.00 Uhr habe ich viele Dicke in den Wintermonaten überlistet. Ich gebe Ihnen den folgenden Tipp: Seien Sie beharrlich und gehen auch mal dann ans Wasser, wenn die dortigen Gegebenheiten alles andere als ideal sind und sich außer Ihnen keiner ans Wasser traut. Trotzen Sie Wind und Wetter und fischen Sie einfach mal anders als alle Anderen. Mit noch größeren Ködern, anderen Farben etc. Bleiben Sie eisern und befischen Sie einen verdächtigen Platz länger als Sie es eigentlich tun würden. Dort lauert bestimmt ein Dicker. Sie werden sehen, Ihre Anstrengungen und auch mancher Schneidertag wird so zum Schluss noch belohnt. Mir ist so schon oft gegangen. Und wer zuletzt lacht, lacht am besten…



Winterangeln - Extra-Tipp:
Damit Ihre Rutenringe beim Winterfischen nicht so ganz schnell einfrieren, sollten Sie sie etwas mit Vaseline einfetten. Dann dauert es eine ganze Ecke länger bis sich in ihnen Eis bildet.

An dieser Stelle besten Dank an Jan Gutjahr, der uns diesen Bericht in Freundschaft zur Verfügung gestellt hat. Weitere Informationen erhalten Sie unter http://www.fanatic-fishing.de

Professionelle Jan Gutjahr Angelköder, Angelruten und Zubehör finden Sie in unserm Shop für Raubfischangler HIER

 
 

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