Mit Wacky kapitale Forellen angeln!
Neue Angeltechnik. Mit Wacky kapitale Forellen angeln!
Bericht – Fachzeitschrift Rute & Rolle – Ausgabe 11/2009 - auszugsweise. An dieser Stelle besten Dank an Rute & Rolle, die uns die Veröffentlichung dieses Angelberichtes erlaubt haben.
Angeln mit Wacky – die Technik haucht Gummi-Würmern Leben ein. Und damit zockt sich Markus Buchelt sogar fette Forellen aus kleinen Bächen.

Wacky! Markus Buchelt hat bewiesen: fette Regenbogner stehen auf das Spiel der Gummiwürmer.

Zitter, du Wurm! Auf Zug formt sich das Gummi in ein V, um dann wieder in die Gerade zurückzuzittern – unwiderstehlich!

Eine Forelle? Nein, eine Monster-Forelle. Markus erste auf Wacky bringt es auf 4,6 Kilo!
Würmer: Aus Anglers Sicht ein Grundnahrungsmittel für Fische, auch Forellen. Doch am Forellenbach sind Lebenköder selten erlaubt. Gut dass es eine Technik gibt, die Gummi-Würmer wild und lebendig und damit räuberische Salmoniden wahnsinnig macht: Wacky!
Markus Buchelt entführte die Gummi-Würmer dorthin, wo sonst eher Spinner, Wobbler oder Fliegenschnüre durch die Luft sausen: an den Forellenbach! Er erlebte eine gewichtige Überraschung.
Wilde Würmer - Wacky sieht ungewöhnlich aus und lässt Gummi-Würmer völlig durchdrehen. Bei dieser Technik wird ein Einzelhaken mittig durch einen Weichplastik-Wurm gespießt. In eines der Wurmenden drücken wir ein so genanntes Wacky Weight, ein Bleigewicht zum Einschrauben in den Gummi-Körper. Dank Wacky habe ich schon viele Barsche, Hechte und Zander verführt. Aber was sagen Forellen dazu...

Sie denken dasselbe, oder: Ein ganz ordentliches Kreuz für eine Regenbogenforelle!
Versuch macht klug: Ich setze Wacky-Würmer dort ein, wo sonst Streamer an den Getupften vorbeigestrippt werden oder Spinner durch die Strömung rotieren. Am Bach angekommen, steht erstmal Stellensuche auf dem Programm. Und Erfolg bedeutet für mich hier: tiefes Wasser. Nach kurzem Fußmarsch habe ich einen Gumpen gefunden – ideales Testgelände. Stromauf der Vertiefung gehe ich in Position.
Meine Strategie: Im Fließgewässer immer gegen die Strömung angeln. Aufgewirbeltes Sediment treibt so nicht auf den Fisch zu und lässt ihn nicht schon argwöhnisch werden, bevor der Köder überhaupt in seinem Sichtfeld erscheint.

Der sitzt: Der sitzt sicher im Maulwinkel. Mit Wacky-Würmern geht kaum ein
Anschlag ins Leere.
Spezielle Wacky-Ruten: Gibt‘s nicht, aber Modelle in 2 bis 2,5 Meter Länge mit 10 bis 50 Gramm Wurfgewicht sind ideal. Mein Favorit ist die Jackson O-Range. Dazu eine kleine Spinnrolle gefüllt mit 0,10er Geflochtener.
Wichtig: Im klaren Wasser: Vor den Köder gehört ein Meter Fluorocarbon-Vorfach. So halten wir die gut sichtbare geflochtene Hauptschnur aus dem Blickfeld der scheuen Forellen. Denn Fluorocarbon hat den gleichen Lichtbrechungsfaktor wie
Wasser und ist darum unter Wasser unsichtbar. Besonders die großen, erfahrenen Getupften machen kehrt, wenn sie die Schnur erkennt haben.
Zitter, du Wurm: Ich spieße einen zehn Zentimeter langen Wurm auf den Wacky Haken mit kurzem Schenkel und weitem Bogen und drehe ein sieben Gramm schweres Gewicht (Weight Ball) ins Wurmende. Dann kommt noch eine Mini-Rassel für den richtigen Sound in das Wacky- Gummi – wer weiß, vielleicht stehen die Regenbogner heute auf leise Hintergrundmusik?! Wacky im Forellenbach.

Hier: Hier im tiefen Gumpen hinterm Einlauf, spielt Wacky seine Stärken aus: Markus verhaftet ganze zwölf Regenbogner!
Top oder Flop? Gleich werde ich eine Antwort haben, und schon schwirrt der Wurm über den Gumpen durch die Luft. Mit kurzen Rutenschlägen und anschließenden Pausen zupfe ich den Köder über den Grund. Meine Rute meldet viel Hängerpotenzial. Bei dieser Technik eigentlich kein Problem, da der Haken nicht
direkt den Boden berührt. Mein Köder kommt in Sichtweite, leider ohne Fischkontakt. Aber ich kann mich im klaren Wasser vom aufreizenden Spiel des Gummis überzeugen: Bei jedem Rutenschlag verbiegt sich der Wurm durch den mittig montierten Haken in eine V-Form. In den Pausen zittert er dann wieder in seine gerade Ausgangsposition zurück – einfach zum Anbeissen! Ist allerdings das Gummi zu hart gewählt, verhält sich der Wurm wie ein Stock am Haken. Ist es zu weich, schnellt er nicht mehr in die Gerade zurück.
Kapitale Schönheit: Ein weiteres Mal lasse ich den Köder durch den Gumpen zittern – wieder nichts. Versuch drei – Flop. Versuch vier – Flop. Versuch fünf – da war doch was?! Eindeutig: Ein Zupfer fuhr durch die Rutenspitze. Hochkonzentriert lasse ich den Wacky-Wurm erneut durch die Vertiefung zittern. Nur noch wenige Umdrehungen, dann wird der Köder in Sicht kommen.
BÄNG! Was für ein Hammerbiss! Die Schnur fliegt von der Rolle und mir schießt sofort durch den Kopf: Das kann keine Forelle sein! Doch, und was für eine! Meine erste Wacky-Forelle ist zugleich die größte, die ich je fing: 63 Zentimeter bei 4,6 Kilo! Gleich eine solche kapitale Schönheit zu verhaften, damit hatte ich nicht gerechnet. Mit dem Traumfisch ist der Bann vollends gebrochen und in den kommenden drei Stunden kann ich noch elf weitere Regenbogner fangen.

Wacky Würmer: Markus Buchelt schickte Wacky-Würmer auf Wildwasserfahrt und wurde mehr als belohnt. Fazit: Die Technik im Forellenbach ist top.
Auffällig: Ist, dass gleich sieben Fische über 40 Zentimeter dabei sind. Ich bezweifle, dass mir andere Techniken oder Köder ein ähnlich gutes Ergebnis gebracht hätten. So ungewöhnlich die Technik auch aussieht, so andersartig und verführerisch ist das Spiel des Gummi-Köders. Wacky-Würmer im Forellenbach, eindeutig TOP!

VIDEO: Schauen Sie sich den Clip zum Beitrag an. Einfach auf www.bissclips.tv anschauen: Link:
http://www.bissclips.tv/bissclips_tv/raubfischangeln/wacky-forellen-ruteundrolle-2009.html

INFO: An Land sieht es wenig fängig aus: Der Wacky-Wurm wird mittig an einem Einzelhaken mit kurzem Schenkel und weitem Bogen angeködert. In eines der Enden kommt das nötige Gewicht, genannt Wacky Weight. Es ist mit einer Drahtspirale versehen zum Eindrehen ins Gummi. Im Wasser ist das Spiel dafür umso überzeugender: Auf leichte Schläge mit der Rute krümmt sich der Wurm, um dann wieder in seine Ausgangsposition zu „zittern“. Ein ins Wasser gefallener echter Wurm bewegt sich kaum anders.
Markus Buchelt
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